Nach meinen ersten Tagen in Lissabon ging es weiter nach Almada auf die andere Seite des Tejo. Eine gute Freundin ist dorthin gezogen und ich habe die nächsten Tage mit ihr verbracht.
Ein Umzug nach Portugal hat es wirklich in sich und falls jemand von euch mal darüber nachdenkt und dazu Tipps braucht, sagt gern Bescheid.
Da es aber um ihre Privatsphäre geht, gehe ich hier nicht weiter ins Detail. Nur so viel: Ich bin unglaublich stolz auf sie und darauf, was sie sich hier aufgebaut hat. 💛




Mietwagen & Planung
Nach ein paar Tagen Stadtleben haben wir uns spontan ein Auto gemietet, um ein paar Tage in den Süden zu fahren. Anbieter gibt es hier wie Sand am Meer, wir haben über Booking bei Thrifty gebucht (gehört zur Hertz-Gruppe) und das Auto direkt in Almada abgeholt und auch wieder zurückgebracht.
Die Abwicklung war super angenehm: kein Versuch, uns noch Zusatzversicherungen aufzuschwatzen, die Kaution lag unter 1.000 €, und das Auto war in einem sehr guten Zustand.
Ich hab über die Jahre gelernt, dass es sich lohnt, nicht das günstigste Angebot zu nehmen.
Wer zu einem Fiat Panda oder 500 greift, spart vielleicht ein paar Euro, hat aber auf längeren Strecken wenig Fahrkomfort. Ein kleiner SUV ist da deutlich entspannter, besonders, wenn man, wie wir, quer durchs Land fährt.
💡 Tipp: Achtet bei sehr günstigen Angeboten auf die Kaution, manche Anbieter verlangen bis zu 2.400 €.
Die Station in Almada war wirklich empfehlenswert: Thrifty bzw. Hertz Abholstation
Mit gepacktem Kofferraum und ein paar Snacks ging’s dann los Richtung Lagos.
Wir hatten uns spontan ein Airbnb für zwei Nächte gebucht und wollten die Fahrt gemütlich gestalten mit mehreren Stopps an der Küste.

Küstenstopps auf dem Weg
Erster Halt: Sines, eine raue Hafenstadt an der Alentejo-Küste und Geburtsort von Vasco da Gama.
Zwischen Industriehafen und wilder Atlantikküste spürt man hier den Geist der portugiesischen Seefahrergeschichte.
Vom Aussichtspunkt Miradouro da Costa do Norte hat man eine tolle Sicht über die Klippen und kann dort entspannt spazieren.






Ein Stück weiter: Praia naturista do Salto einer der schönsten Küstenabschnitte des Alentejo.
Türkisblaues Wasser, kleine Buchten, weiße Häuser. Es sieht fast aus, als wäre die Zeit dort stehen geblieben.
Man kann an manchen Stellen runter ans Wasser gehen oder sogar schwimmen.
Aber Achtung: der Atlantik ist kalt, wirklich kalt.
Ich denke mir bei jeder Reise: „Schöner kann’s nicht mehr werden“ und dann werde ich eines Besseren belehrt.





Der nächste Stopp war ein Aussichtspunkt nahe des Praia de Odeceixe.
Hier trifft der Fluss Ribeira de Seixe auf das Meer, Süßwasser und Salzwasser verschmelzen, eingerahmt von Dünen und Felsen.



Kurz darauf sind wir durch das kleine Städtchen Aljezur gefahren.
Ein Ort mit maurischer Geschichte, umgeben von Bergen und Tälern, mit einer Burgruine, von der aus man weit über die Landschaft blicken kann.
Unterkunft in Lagos
Am späten Nachmittag kamen wir an unserer Unterkunft an: der Casa da Ladeira Branca.
Ein wunderschönes kleines Guesthouse mit Pool, Garten und Gemeinschaftsküche, etwa zehn Minuten außerhalb von Lagos mit dem Auto.
Wir hatten ein gemütliches Zimmer mit Doppelbett und eigenem Bad, und obwohl es eine Gemeinschaftsküche gab, haben wir sie gar nicht genutzt.
Perfekt für alle, die etwas Ruhe vom Stadttrubel suchen, aber trotzdem schnell in der City sein wollen, mit Bolt ist man in wenigen Minuten dort. Das Haus ist aber sehr hellhörig, wer also einen sehr leichten Schlaf hat, sollte ggf. Ohropax mitnehmen. Preis-Leistung passte aber voll und ganz. Hier gehts zur Unterkunft.
Den ersten Abend haben wir dann einfach nur entspannt und überlegt, was wir für den nächsten Tag machen wollen.



Delfintour & Lagos erkunden
Am Samstagmorgen ging’s früh los. Um 9:15 Uhr startete unsere Delfintour mit Blue Fleet an der Marina in Lagos. Wir hatten sie am Vorabend spontan gebucht.
Ich bin bei solchen Touren immer Fan kleiner Anbieter und das war hier perfekt:
Nur sechs Gäste an Bord, zwei Guides (Fannie & Sam), super Stimmung und faire Preise. Man muss dazu sagen, dass die Tour normalerweise mit bis zu 20 Personen gebucht ist, wir hatten einfach nur Glück.
Die Tour dauerte etwa 1 Stunde 30 Minuten. Anfangs sahen wir keine Delfine, aber in der letzten Dreiviertelstunde hatten wir das Glück, mehrere Tiere um uns herum zu erleben.
Ein unglaublicher Moment, besonders, weil es unsere zweite Delfintour war (die erste war vor zwei Jahren auf Madeira).
💡 Tipp: Früh starten! Morgens ist es auf dem Meer ruhiger und das Licht ist einfach magisch.




Nach der Tour ging’s erstmal frühstücken. Danach haben wir uns durch die Altstadt treiben lassen. Mittags wurde es sehr heiß, also sind wir zurück in die Unterkunft und haben den Nachmittag am Pool verbracht.






Abends ging’s nochmal in die Stadt zum Dinner: japanisches Streetfood. Die Bao Buns dort waren unglaublich gut: fluffig, frisch und perfekt gewürzt.
- Frühstück im Alex | coffee brunch wine
- Kaffee im Goldig Café & Take Away
- Dinner in The Collab Bar
Am südwestlichsten Punkt Europas
Für den letzten Tag stand die Rückfahrt an, aber vorher wollten wir unbedingt noch nach Sagres.
Von unserer Unterkunft war es nur rund 30 Minuten. Meine Freundin kannte den Ort schon und hatte sehr davon geschwärmt.
Erster Stopp: die Festung Fortaleza de Sagres, danach das berühmte Kap São Vicente.






Die Aussicht dort ist atemberaubend: hohe Klippen, tosendes Meer und dieses Gefühl, wirklich am Ende Europas zu stehen.
Sagres war einst das Zentrum der portugiesischen Seefahrt, und die bekannte Biermarke Sagres trägt ihren Namen genau deshalb als Symbol für Entdeckergeist und Geschichte.






Und noch ein Fun Fact: Direkt am Kap gibt’s tatsächlich „Die letzte Bratwurst vor Amerika“. Eine kleine, kultige Würstchenbude mit Blick auf den Ozean. Der Name ist Programm und ein beliebter Fotostopp.

Nach einem letzten Blick auf die Klippen und das Meer ging’s für uns zurück nach Almada.
Ein paar Tage Sonne, Wind, Wellen und unvergessliche Momente. Ein Roadtrip, den ich wirklich jedem ans Herz legen kann. Aber zieht Euch warm an, denn es wird sehr windig.
Letzter Tag in Lissabon
Am letzten Tag meiner Reise sind wir noch einmal nach Lissabon gefahren, ganz ohne Plan, einfach treiben lassen. Unser erstes Ziel war der Botanische Garten, ein stilles Stück Grün mitten in der Stadt. Zwischen Palmen, Kakteen und alten Bäumen konnte man wunderbar durchatmen und den Lärm der Stadt für einen Moment vergessen. Besonders schön fand ich die kleinen Wege, die sich zwischen den Pflanzen hindurchschlängeln.









Anschließend sind wir noch ein Stück durch die Straßen geschlendert, ohne festes Ziel, einfach dem Gefühl nach.



Zum Abschluss ging es mit der Fähre zurück nach Almada. Auf dem Wasser, mit Blick auf die Stadt und die Brücke, wurde mir noch einmal bewusst, wie besonders diese Tage waren. Sonne, Meer, gutes Essen, viele Eindrücke und einfach dieses Gefühl von Freiheit.

Damit endet meine Zeit in Portugal für dieses Mal. Dienstag geht es zurück nach Hause mit einem Kopf voller Bilder, ein paar Sandkörnern im Koffer und ganz viel Vorfreude auf das nächste Abenteuer.
Fazit
Portugal überrascht mich jedes Mal aufs Neue.
Vom Stadtleben in Lissabon über die Ruhe der Küstenorte bis zu den wilden Klippen am Kap – jedes Stück fühlt sich anders an, aber alles gehört zusammen.