Ein spontaner Van-Trip entlang der portugiesischen Nordküste
Im August 2024 stand eine weitere Reise durch Portugal an, diesmal recht spontan. Eigentlich war mein Sommerurlaub erst im September geplant, aber ein paar freie Tage im August mussten genutzt werden. Und wie so oft: eins führte zum anderen. Ziel: Porto. Nur mit Handgepäck und für eine Woche, diesmal mit meiner Freundin und ihrem Van, mit dem sie ohnehin schon eine Weile durch den Süden Europas gereist ist.
Ich bin von Hamburg nach Porto geflogen, wo sie mich direkt am Flughafen abgeholt hat. Unser erster Stopp? Ganz untypisch: ein Käse-Schinken-Toast am Strand in Bairro da Louça: einfach ankommen, durchatmen, Sonne genießen. Am Strand von Praia do Pinhal dos Eléctricos gab’s dann auch gleich den ersten Sonnenbrand. Ich bin da ganz der Typ „von weiß zu rot“.
Danach ging’s erstmal einkaufen, um uns für die kommenden Tage zu rüsten. Einen festen Plan gab es nicht.



Erste Etappe: Esposende
Unser erster Stopp war die Marina de Esposende, ein kleiner, entspannter Ort mit schöner Promenade und Blick auf den Atlantik. Dort haben wir abends gegessen, den Sonnenuntergang beobachtet und die erste Nacht im Van verbracht.
Am nächsten Morgen dann Kaffee und Frühstück im Van, für mich eines dieser simplen, aber perfekten Reiseerlebnisse.




Von Esposende aus ging es weiter nach Viana do Castelo, genauer gesagt in Richtung FeelViana Sport Resort. Eine wunderschöne Gegend: weitläufig, ruhig, mit viel Natur und Meerblick. Wir hatten einen tollen Stellplatz, von dem man abends die Lichter der Stadt sehen konnte und morgens von der Sonne geweckt wurde.
👉 Den Stellplatz findet ihr hier.
Die Fläche ist groß, Toiletten und Duschen sind tagsüber geöffnet und auch Abwasser sowie Toiletteninhalte können hier entsorgt werden.




Am Morgen war ich früh am Strand unterwegs, kaum jemand da, nur Wind, Wellen und Möwen. Genau diese Momente sind der Grund, warum ich das Reisen so liebe.



Den ersten Tag haben wir an der Beach Bar verbracht mit ein, zwei kühlen Getränk und Blick auf die Surfer. FeelViana ist ein beliebter Spot zum Surfen, viele Kurse starten direkt dort.
Am zweiten Tag ging’s ins Schwimmbad des Resorts, eine kleine Auszeit im Wasser. Nice to know: Für externe Gäste steht nur der Indoor-Pool zur Verfügung (was wir leider zu spät erfahren haben). Außerdem gilt in Portugal in vielen Schwimmbädern Badekappenpflicht, falls ihr keine dabei habt, könnt ihr sie meist günstig vor Ort kaufen.


Am Abend haben wir im Restaurant des Hotels gegessen mit Blick ins Grüne und auf einen wunderschönen Sonnenuntergang.


Von der Küste ins Landesinnere – Braga
Nach zwei Tagen am Meer wollten wir wieder etwas Stadtleben also weiter nach Braga. Eine der ältesten Städte Portugals, bekannt für ihre barocke Architektur, die vielen Kirchen und die lebendige Altstadt mit Kopfsteinpflastergassen, Cafés und kleinen Boutiquen.
Ein besonderes Highlight ist die Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte, die oberhalb der Stadt thront. Über eine prachtvolle Treppe mit über 500 Stufen gelangt man zu einem beeindruckenden Aussichtspunkt. Wir haben es etwas gemütlicher angegangen und die historische Funicular-Bahn genommen. Sie ist übrigens die älteste wasserbetriebene Standseilbahn Europas.
Oben angekommen, hat man einen atemberaubenden Blick über Braga und das Umland. Wir sind eine Weile dort geblieben, haben den Ausblick genossen und uns durch die kleinen Parkwege treiben lassen.






Eigentlich war geplant, in Braga zu übernachten. Doch manchmal läuft’s anders: Der Stellplatz entpuppte sich in der Nacht als nicht ganz so angenehm: ein lautstark streitendes Paar, Flaschengeklirr … das gab kein gutes Gefühl. Also sind wir gegen Mitternacht spontan weitergefahren, zurück Richtung Porto.
Im Dunkeln angekommen, stellten wir uns auf einen neuen Spot. Und als wir morgens die Van-Tür öffneten: direkt Meerblick, Sonne, Wellen, absolute Ruhe. Einer dieser Momente, die man nicht plant, die aber bleiben. Da dachte ich mir nur: Es hatte wohl seinen Sinn, dass wir nicht in Braga über Nacht geblieben sind.
Ganz nebenbei entdeckten wir, dass wir an einem Abschnitt des Jakobswegs (Caminho Português) standen, hier starten viele Pilger, die zu Fuß bis nach Santiago de Compostela in Spanien wandern.




Zurück in Porto
Nach einem entspannten Start am Meer ging es später wieder zurück nach Porto. Für die letzten zwei Nächte hatten wir uns auf einem kleinen Campingplatz Kampaoh Praia de Angeiras einquartiert: Glamping-Style. Das Witzige: Unser Zelt war eigentlich nur für eine Person, aber kein Problem, der Van durfte direkt daneben stehen. Ich schlief im Zelt, meine Freundin im Van.
Am Ankunftstag sind wir noch durch Porto geschlendert. Vom Avenida dos Aliados, der breiten Prachtstraße mit dem imposanten Rathaus im Hintergrund, führt der Weg vorbei an klassisch verzierten Jugendstilfassaden, kleinen Boutiquen und Cafés. Besonders eindrucksvoll ist die Igreja do Carmo mit ihren typischen blau-weißen Azulejo-Kacheln, die im Abendlicht fast leuchten.
Ein kurzer Abstecher zum Mercado do Bolhão, der historischen Markthalle, durfte natürlich auch nicht fehlen, ein Ort voller Düfte, Stimmen und lokaler Produkte.
Auf dem Rückweg schlenderten wir noch durch die Gassen rund um die Rua de Santa Catarina, wo sich Straßenbahnen, Menschenmengen und Sonne zwischen den alten Häusern mischen.
Und natürlich: ein Stopp für Pastéis de Nata: goldbraun, warm, mit Zimt bestäubt, darf in Portugal einfach nie fehlen.







Douro Valley – Weinberge, Bootstour & Buspanne inklusive
Am zweiten Tag stand ein besonderes Highlight auf dem Plan: eine Tagestour ins Douro Valley, eine der bekanntesten Weinregionen Portugals.
Gebucht haben wir die Tour über GetYourGuide beim Anbieter CM Tour, den Link zur Tour findet ihr hier.
Gestartet sind wir morgens in Porto. Statt selbst mit dem Van zu fahren (die kurvigen Straßen im Douro-Tal sind nichts für schwache Nerven), entschieden wir uns für eine geführte Tour per Bus auch, weil wir unterwegs natürlich Wein probieren wollten.
Das Lustige: Ich war felsenfest überzeugt, dass, wenn ich in dieser Woche eine Panne erlebe, dann höchstens mit dem Van. Falsch gedacht.
Nach etwa einer halben Stunde Fahrt hatte unser Reisebus eine Panne mitten auf der Strecke. Wir mussten so lachen. Aber der Anbieter reagierte schnell und professionell und keine 15 Minuten später saßen wir schon im Ersatzbus.
Unser erster Halt war Peso da Régua, das Herz des Douro-Tals. Dort machten wir zunächst einen kurzen Fotostopp mit Blick über die Weinberge, bevor es zur ersten Weinverkostung ging. Auf einem kleinen Weingut erfuhren wir mehr über die Herstellung des Portweins und probierten verschiedene Sorten begleitet von einem typisch portugiesischen Mittagessen mit Blick auf den Fluss.




Anschließend folgte eine Bootstour ab Pinhão, bei der wir etwa eine Stunde über den Douro-Fluss fuhren. Das war für mich einer der schönsten Momente des Tages: sanfte Hügel, sattgrüne Reben, dazwischen die kleinen Dörfer.
Zum Abschluss besuchten wir noch ein weiteres Weingut in Pinhão, wo wir erneut eine geführte Tour mit Verkostung hatten. Es war faszinierend zu sehen, wie unterschiedlich die Winzer hier arbeiten und wie vielfältig die Aromen des Portweins sein können.
Alles in allem war es ein langer, aber rundum schöner Tag – mit leckerem Essen, gutem Wein, tollen Ausblicken und einer Panne, über die wir heute noch lachen.





Letzte Stunden & Abschied
Die Woche verging wie im Flug. An unserem letzten Tag haben wir in Porto noch gemütlich gefrühstückt, durch die Straßen gebummelt und ich habe mir noch ein Tattoo stechen lassen als kleines Andenken an diesen Trip.
Am Nachmittag ging’s dann zurück zum Flughafen. Eine Woche voller kleiner Abenteuer, spontaner Entscheidungen und ganz viel Lachen, genau so, wie Reisen für mich sein sollte.
Fazit
Porto hat mich wirklich verzaubert, diese Stadt hat einfach etwas Besonderes: bunte Häuser, kleine Cafés und dieses unverwechselbare Lebensgefühl am Douro. Aber auch Viana do Castelo mit seinem Strand und Braga mit seiner Geschichte haben mich begeistert.
Die Woche im Van meiner Freundin war eine tolle Erfahrung: spontan, flexibel und nah an der Natur. Für längere Zeit ist das Vanlife sicher herausfordernd, aber für eine Woche war es genau richtig.
Portugal hat mir wieder gezeigt, wie vielfältig und schön dieses Land ist, zwischen Atlantik, Weinbergen und kleinen Städten.