Mein Start in Lissabon

Drei Wochen Urlaub am Stück, das hatte ich noch nie. Für mich war klar: Diesmal möchte ich nicht alles durchplanen, sondern schauen, wo es mich hintreibt. Also habe ich ganz entspannt begonnen, erst ein paar freie Tage zu Hause genossen und bin dann nach Lissabon geflogen. Das Gefühl am Flughafen, nur ein Hinflugticket in der Tasche zu haben und keinen Rückflug, war ziemlich aufregend.

Übrigens: Ich war bereits viermal in Portugal: das erste Mal vor über fünf Jahren mit zwei Freundinnen, wo wir Lissabon und Madeira besucht haben. 2023 ging es mit einer Freundin erneut nach Madeira. Letztes Jahr war ich mit derselben Freundin, die nun auch hier ist, in Porto und wir machten einen Roadtrip in den Norden Portugals. Jetzt also mein viertes Mal in Portugal und mein zweites Mal in Lissabon, mit vielen Erinnerungen im Gepäck und der Lust, Neues zu entdecken.


Erste Eindrücke von Lissabon

Am Mittwoch ging es los: Abflug in Hamburg, knapp drei Stunden Flug, und trotz einiger Turbulenzen ohne Probleme in Lissabon gelandet (Portugal liegt übrigens eine Stunde hinter Deutschland).

Für die ersten Tage hatte ich mir ein Hotel direkt am Rossio-Platz gebucht: zentral, lebendig und perfekt, um die Stadt zu Fuß zu erkunden. Nach dem Einchecken bin ich noch etwas essen gegangen (ehrlich gesagt ins erstbeste Restaurant in der Nähe) und habe ein Glas portugiesischen Wein genossen. Danach ging es ziemlich müde ins Bett.


Stadtrundgänge & Ausblicke

Am nächsten Morgen begann mein Tag mit einem Frühstück und einem Spaziergang durch die Rua Augusta, die zentrale Einkaufsstraße der Stadt. Sie führt direkt zum Praça do Comércio, einem der größten Plätze Portugals, wo man durch den imposanten Arco da Rua Augusta hindurchgeht. Am Ufer des Tejo kann man wunderbar verweilen, oft finden dort Konzerte und Veranstaltungen statt.

Von dort aus machte ich mich auf den Weg nach Alfama, eines der ältesten Viertel Lissabons. Besonders schön sind die Aussichtspunkte Miradouro das Portas do Sol und Miradouro de Santa Luzia. Beide liegen dicht beieinander, die Aussicht ähnelt sich, aber der Blick auf die Dächer von Alfama und den Tejo ist immer wieder magisch. Auf dem Weg entdeckte ich Street Art und machte eine kleine Pause im „Terrace de Alfama“: Cappuccino, Aussicht, Ruhe.

Ein Highlight war der Besuch der Kirche São Vicente de Fora. Der Eintritt kostet 8 €. Zu sehen gibt es nicht nur die beeindruckende Kirche selbst, sondern auch einen Kreuzgang mit traditionellen blauen Kacheln (Azulejos), die biblische Geschichten darstellen. Besonders sehenswert: die Krypta und das Pantheon, in dem die meisten portugiesischen Könige bestattet sind. Der Aufstieg aufs Dach lohnt sich sehr, von dort hat man einen 360°-Panoramablick über die Stadt, und als ich oben war, war es fast menschenleer. Ein absoluter Tipp!


Ein Abend auf dem Tejo

Am Donnerstagabend hatte ich mir spontan über Airbnb einen Segeltrip bei Sonnenuntergang gebucht mit Filipe und seiner Crew. Zwei Stunden lang ging es den Tejo entlang, mit Aperitif, Wein, Digestif und Snacks.

Wir passierten die beeindruckende Ponte 25 de Abril (oft mit der Golden Gate Bridge verglichen), das Seefahrerdenkmal Padrão dos Descobrimentos, den Stadtteil Belém mit dem berühmten Turm Torre de Belém und auf der gegenüberliegenden Seite des Tejo die monumentale Cristo Rei Statue. Die Statue wurde 1959 eingeweiht, ist 28 Meter hoch (mit Sockel insgesamt 110 Meter) und erinnert stark an das Vorbild in Rio de Janeiro. Sie gilt als Symbol des Dankes, dass Portugal vom Zweiten Weltkrieg verschont blieb, und segnet mit ausgebreiteten Armen die Stadt. Von oben hat man übrigens einen fantastischen Blick über Lissabon und die Brücke, ein beliebter Ausflugsort, den man mit der Fähre und einem kurzen Bus- oder Taxitrip erreicht.

Mit einem Glas Vinho Verde in der Hand, dazu Pastéis de Nata und die Sonne, die langsam im Wasser verschwand: es war perfekt.

Und wie es so oft auf Solo-Trips ist: Ich kam ins Gespräch mit anderen Reisenden. Jacob aus Massachusetts war zum Beispiel auf seinem allerersten Solo-Trip unterwegs. Solche Begegnungen machen das Reisen für mich besonders.

👉 Tipp: Die Tour dauert ca. 2 Stunden, Getränke & Snacks inklusive. Preise variieren je nach Anbieter, ab ca. 45–50 €. Absolut zu empfehlen! Hier gehts zu meiner Tour.


Süße Pausen & neue Entdeckungen

Der Freitag begann in der berühmten Manteigaria. Hier kann man durch eine Glaswand zuschauen, wie die Pastéis de Nata frisch gebacken werden: noch warm aus dem Ofen, dazu ein Cappuccino. Ihr findet sie in der Rua Augusta, aber Achtung: die Plätze sind begrenzt. Ich habe mein Gebäck am Rossio-Platz genossen.

Eigentlich wollte ich an diesem Tag nur die bekannte Pink Street besuchen, die vor allem abends für Bars und Clubs beliebt ist. Auf dem Weg dorthin habe ich jedoch viele schöne Gebäude und versteckte Ecken entdeckt, genau das macht Lissabon für mich aus.

Am Abend hatte ich ein Highlight reserviert: ein Abendessen in der Carmo Rooftop Bar. Der Ausblick von dort oben ist großartig, tagsüber (aber auch abends) entspannt mit einem Drink und DJ-Musik, abends stilvoll mit Restaurantbetrieb. Ich hatte „Bacalhau à Brás“, ein typisches portugiesisches Kabeljau-Gericht.
👉 Tipp: Unbedingt reservieren und beim Navi statt „Carmo Rooftop“ das Museu Arqueológico do Carmo eingeben, nur so findet man den richtigen Eingang.


Ein ruhiger Abschied aus den ersten Tagen

Am Samstag hieß es Auschecken. Ich ließ mein Gepäck im Hotel und nutzte den Tag noch für einen Spaziergang zum Wasser. Das Wetter war stürmisch, also entschied ich mich spontan für eine Massage, auch das gehört für mich zum Reisen: sich zwischendurch etwas Gutes tun.

Am Abend traf ich schließlich meine Freundin in Costa da Caparica, einem Strandort südlich von Lissabon. Dort startete der nächste Abschnitt meiner Portugal-Reise.


Fazit

Lissabon ist eine wunderschöne Stadt, die man am besten zu Fuß entdeckt. Enge Gassen, steile Treppen, Azulejos, überall neue Blickwinkel. Für einen Perspektivwechsel lohnt sich eine Fahrt auf dem Tejo, zum Beispiel als Sunset Sail. Für längere Wege in der Stadt empfehle ich Bolt statt Taxi. In der Regel günstiger und schnell verfügbar. Für mich war das der perfekte Start in den Urlaub.

Ein Kommentar zu “Mein Start in Lissabon

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